Lieder zum Hochfest der Gottesmutter und zu kleineren Marienfesten

An sich sollte man annehmen, daß das Hochfest der Gottesmutter das erste und ursprünglichste aller Marienfeste wäre, da alles, was Maria so besonders macht, davon abhängt. Denn hätte Gott Maria nicht zu seiner Mutter erwählt, dann hätte er sie nicht im Hinblick auf die künftigen Verdienste ihres Sohnes vor der Erbsünde bewahrt hätte ihr also nicht den einzigartigen Gnadenvorzug der Unbefleckten Empfängnis gewährt und auch nicht den der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Auch alle Ereignisse ihres Lebens hätten für uns dann keine so herausragende Bedeutung und wir würden weder Mariä Geburt feiern noch Mariä Opferung, und Mariä Verlobung würde uns nicht mehr interessieren als die irgendeines anderen Mädchens. Mariä Verkündigung und Mariä Heimsuchung hätten nicht einmal stattgefunden und wenn ihr Sohn nicht Gott gewesen wäre, wäre Mariä Reinigung nichts weiter als ein alltägliches Ritual, welches pro Jahr von tausenden und abertausenden jüdischen Frauen vollzogen wurde, und Mariä Namen nichts weiter als ein gewöhnlicher Name, den tausende jüdischer Frauen ebenfalls trugen; allein  schon unter dem Kreuz Jesu hatten sich in der kleinen Schar der Getreuen, die bei ihm ausharrten, noch zwei weitere Trägerinnen dieses Namens eingefunden. Hätte Maria nicht die menschgewordene zweite Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit geboren, so würden wir weder eine Maiandacht pflegen noch eine Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen, wir würden sie weder mit dem Rosenkranz ehren noch mit der Lauretanischen Litanei. Zwar wären Mariä Schmerzen ihr erspart geblieben, aber sie wäre auch nicht Maria Königin geworden.

Doch trotz der überragenden Bedeutung der Gottesmutterschaft für Marias Stellung und Wichtigkeit wurde ein Fest Mariä Mutterschaft erst sehr spät für die Universalkirche eingeführt. Zwar wurde es erstmals im Jahr 1751 in Portugal am dritten Sonntag im Mai gefeiert und wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts auch in etlichen deutschsprachigen Diözesen gestattet, wo es am zweiten Sonntag im Oktober zusammen mit dem Rosenkranzfest am ersten, dem Fest Mariä Reinheit am dritten und dem Fest Mariä Schutz am vierten Sonntag diesem Monat ein marianisches Gepräge gab, aber erst 1931, zum 1500. Jubiläum des Konzils von Ephesus, auf dem der Titel „Gottesmutter“ bzw. „Gottesgebärerin“ für die allerseligste Jungfrau dogmatisiert worden war, setzte Papst Pius XI. den 11. Oktober, auf den in jenem Jahr der zweite Sonntag im Oktober fiel, als Fest der Mutterschaft Mariens für die ganze lateinische Kirche fest. Schon 1970 wurde es als eigenes Fest wieder abgeschafft, indem ein Hochfest der Gottesmutter Maria mit dem Oktavtag von Weihnachten am 1. Januar zusammengelegt wurde, wo es nun meist mit Weihnachtsliedern gefeiert wird, nachdem zuvor bereits das ehedem an diesem Tag begangene Fest der Bescheidung des Herrn aus dem Kalender gestrichen worden war. So kommt es, daß nur wenige Lieder speziell für das Fest Mariä Mutterschaft verfaßt oder in den Gesangbüchern für dieses vorgesehen wurden, auch wenn sich darüber hinaus auch alle Lieder, in denen Maria als Mutter Gottes oder Mutter des Herrn angesprochen wird, für dieses Hochfest eignen.

Aufgrund der geringen Zahl an Liedern speziell zu Mariä Mutterschaft, nämlich nur

Mariä Mutterschaft – Dem Himmel der Erlöser ziehet

Mariä Mutterschaft – Dich, hohe Mutter unsers Gottes

Mariä Mutterschaft – Dich, Maria, loben wir

Mariä Mutterschaft – Gottesgebärerin und Himmelskönigin

Mariä Mutterschaft – Gottesmutter sollst du sein

wollen wir die Gelegenheit ergreifen, um hier auch Lieder zu den kleineren Marienfesten zu präsentieren, denen wir im vergangenen Jahr keinen eigenen Artikel gewidmet haben.

Unsere Liebe Frau von Lourdes (11. Februar)

Lourdesgrotte im Chor der Laienschwestern im Kloster Altomünster

Nachdem die allerseligste Jungfrau Maria am 11. Februar 1858 in der „Massabielle“ genannten Felsenhöhle am Fluß Gave de Pau bei dem kleinen Pyrenäendorf Lourdes erstmals der vierzehnjährigen Müllerstochter Bernadette  Soubirous erschienen war, in späteren Erscheinungen eine heilkräftige Quelle entspringen lassen und sich schließlich als die Unbefleckte Empfängnis zu erkennen gegeben hatte, wurde der Erscheinungsort rasch zu einem der beliebtesten Wallfahrtsorte der Welt, der insbesondere Pilger anzieht, die um Heilung von Krankheiten bitten, weswegen auf dieses Datum auch der Welttag der Kranken gelegt wurde. Auch Lourdesgrotten (wir haben in unserem Kloster selber eine in der Kapelle der Laienschwestern und eine weitere in der Klosterkirche), Lourdesmadonnen mit dem Aussehen Marias bei ihren Erscheinungen (schlichtes, vollständig weißes Gewand mit einfachen, enganliegenden Ärmeln, mantelartigem weißem Schleier und langem hellblauem Stoffgürtel ähnlich einem priesterlichen Zingulum, aber mit den herunterhängenden Enden mittig vor dem Bauch, je eine goldene Rose auf den unbeschuhten Füßen, gefaltete Hände, in der Regel großer Rosenkranz über dem rechten Arm, häufig zwölf Sterne um das Haupt und stets ohne Jesuskind) und ganze Zeitschriftenreihen mit Titeln wie „Lourdes-Rosen“, „Der Lourdes-Pilger“ oder „Echo der Annalen Unserer Lieben Frau von Lourdes“ fanden rasch Verbreitung, so daß bereits zum 50. Jahrestag der ersten Erscheinung im Jahr 1908 das Fest der Erscheinung der unbefleckten Jungfrau Maria für den lateinischen Ritus eingeführt wurde, welches bei der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum seinen heutigen Namen erhielt.

Lourdeslied – Die alten Felsen wachen als Thron der Königin

Lourdeslied – Die Glocken verkünden mit fröhlichem Laut

Lourdeslied – Die Pyrenäenberge schauen hernieder auf die Pilgerschar

Lourdeslied – Drückt mich des Tages Müh‘ und Last

Lourdeslied – Es steht am Felsenrande der Jungfrau hehres Bild

Lourdeslied – Glanzlos schaut der Himmel nieder

Lourdeslied – Heute will ich nochmals treten

Lourdeslied – Ich sende den Gruß dir aus deutschem Land

Lourdeslied – Immer muß ich wieder eilen

Lourdeslied – Jungfrau, neigtest dich aus Höhen

Lourdeslied – Lourd’s Felsenhöhen ragen

Lourdeslied – O dürfte ich die Rose sein

Lourdeslied – Scharen frommer Pilger ziehen

Lourdeslied – Sei gegrüßet, schönste Rose

Lourdeslied – Sie haben dir gesungen der Preisgesänge viel

Lourdeslied – Von Lourdes, du uns’re Frau so lieb

Lourdeslied – Wohl weiß ich einen lieben Ort

Lourdeslied – Zu dir, o Jungfrau

Lourdeslied – Zum Tode krank, in schweren Stunden

Bei diesen Liedern handelt es sich teilweise um Wallfahrtslieder, die während einer Pilgerreise nach Lourdes zu singen sind, oder um solche, die eine sehr spezifische Situation vor Augen haben und daher nicht für jede Gelegenheit passen, bei der Unsere Liebe Frau von Lourdes geehrt werden soll, aber wir möchten sie dennoch hier präsentieren, um ihnen weitere Verbreitung zu verschaffen.

Mutter des guten Rates (26. April)

Kopie des Gnadenbildes der Mutter des guten Rates im Kloster Altomünster

Da Maria bei der Hochzeit zu Kana den Dienern des Brautpaares den auch sonst sehr beherzigenswerten Rat gab „Was er (Jesus) euch sagt, das tut“, eine Mutter ihren Kindern, die wir als Christen ja alle für Maria sind, stets mit gutem Rat zu helfen bereit ist und Maria zugleich die Mutter desjenigen ist, der nach Jesaja 9,5 „wunderbarer Ratgeber“ genannt wird, ist sie gleich in doppeltem Sinne die Mutter des guten Rates. Unter diesem Titel wird sie darum nicht nur in der Lauretanischen Litanei angerufen, sondern auch in einer im Original in Genazzano östlich von Rom befindlichen und in vielen Kopien in aller Welt verbreiteten Ikone, wo das Jesuskind den rechten Arm um den Hals Marias schlingt, seine linke Hand auf ihre Brust legt und seine Wange an die ihrige schmiegt und über dem Haupt der Mutter ein charakteristisches farbiges Band bzw. ein zu einem vollen Kreis geschlossener Regenbogen schwebt. In etlichen Ordensgemeinschaften und Diözesen und natürlich Pfarreien mit dem Patrozinium Maria Rat wird am 26. April ein eigenes Fest zu Ehren von Maria, der Mutter des guten Rates gefeiert.

Mutter vom guten Rat – Erhöre gnädig unsern Gruß

Mutter vom guten Rat – Gütigste Mutter vom guten Rat

Mutter vom guten Rat – Jungfrau auserkoren, reich an gutem Rat

Mutter vom guten Rat – O Frau vom guten Rate

Mutter vom guten Rat – O Stern unser’s Lebens

Mutter vom guten Rat – Vom siebenfarb’gen Bogen des Geistes hehr umzogen

Mutter vom guten Rat – Weih‘ dies arme Liedchen hier, guten Rates Mutter, dir

Mutter vom guten Rat – Zum Himmel schau ich hin 

Patrona Bavariae (1. Mai)

Statue der Patrona Bavariae in der Kirche in Baierbrunn. ursprüngliche Quelle des hier verkleinerten Bildes

Seit Jahrhunderten vom bayerischen Volke innig verehrt und besonders in den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges um Schutz angefleht, wovon noch heute die Mariensäule im Herzen Münchens zeugt, die Kurfürst Maximilian I. als Dank für die Bewahrung der Städte München (wo damals auch unser Konvent Zuflucht fand) und Landshut in diesem verheerendsten aller Kriege auf bayrischem Boden errichten ließ, wurde Maria erst im Ersten Weltkrieg auf Bitten des damaligen Königs Ludwig III. von Papst Benedikt offiziell als Schutzfrau Bayerns bestätigt. Ikonographisch wird sie mit rotem Kleid, blauem, unter dem rechten Arm hindurch nach vorne gezogenen Mantelumhang, offenem Haar, einer großen goldenen Krone, meist in Form einer geschlossenen Bügelkrone oder einer Mitrenkrone, einem langen Szepter in der Rechten und dem einen Reichapfel in der Hand haltenden Jesuskind auf dem linken Arm auf einer schmalen Mondsichel stehend dargestellt.

Patrona Bavariae – Bayerns Fahnen, wie die Berge

Patrona Bavariae – Dich Maria hoch erhoben

Patrona Bavariae – Fürstin über Himmel weit, königliche Fraue

Patrona Bavariae – Maria, Himmelskönigin

Patrona Bavariae – O blicke mild hernieder

Unsere Liebe Frau von Fatima (13. Mai)

Statue Unserer Lieben Frau von Fatima im Kloster Altomünster

Als eines der jüngsten Marienfeste wurde der Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima von Papst Johannes Paul II. in den Generalkalender eingeführt, nachdem er am 13. Mai 1981, also genau am 64. Jahrestag ihrer ersten Erscheinung vor drei Hirtenkindern im Dorf Fatima in Portugal im Jahre 1917, ein Attentat knapp überlebt hatte.

Fatimalied – Am dreizehnten Maien im Tal der Iria

Fatimalied – Maria, liebste Mutter mein

Hilfe der Christen / Maria hilf (24. Mai)

Kopie des Gnadenbildes Mariahilf in Moosbronn. Bildquelle

Seit alters her wurde Maria von den Gläubigen um Hilfe angefleht, ganz besonders dann, wenn Feinde des Glaubens das christliche Volk auch militärisch bedrohten, und in zahlreichen Fällen erwies sie sich als mächtige Verteidigerin ihrer Kinder, sei es bei der Schlacht von Lepanto, die zur Einführung des Rosenkranzfestes führte, sei es bei der Befreiung Wiens, die mit dem Fest Mariä Namen gewürdigt wurde, oder bei der Bewahrung Münchens und Landshuts, in deren Folge Maria zur Patrona Bavariae erklärt wurde. Besonders in Tirol, Süd- und Ostbayern bis hin nach Wien verband sich die Verehrung Marias als Hilfe der Christen mit dem von Lukas Cranach dem Älteren geschaffenen Gnadenbild Mariahilf, dessen Original sich in Innsbruck befindet, aber in zahlreichen Kopien weite Verbreitung gefunden hat. Als eigenes Fest wurde „Maria, Hilfe der Christen“ dann von Pius VII. eingeführt und auf den Tag seiner Rückkehr aus beinahe fünfjähriger Gefangenschaft in den Händen Napoleons am 24. Mai 1814 festgelegt.

Maria hilf – Dein‘ Hilf‘ wir all‘ begehren

Maria hilf – Hilf, Maria, hilf uns allen

Maria hilf – Hilf, Maria, o Maria, hilf

Maria hilf – Hilf, o Mutter, hilf uns allen

Maria hilf – Im heißen Kampf des Erdenlebens

Maria hilf – Laß deine Hilf erfahren

Maria hilf – Maria, hilf doch mir

Maria hilf – Maria, sei gegrüßt

Maria hilf – Maria, wir dich grüßen (Mariengarten)

Maria hilf – Maria, wir dich grüßen (Volkslied)

Maria hilf – Maria, wir heißen dich

Maria hilf – O Mildeste und Reine

Maria hilf – Oft, wenn unter grausem Schreck

Maria hilf – Wann Angst uns hält umwunden (Elsaß)

Maria hilf – Wann Angst uns hält umwunden (Liederrosenkranz)

Sieben Freuden Mariä (5. Juli)

Altarbild der Sieben Freuden Marias im Kathedralmuseum von Urgell.

Die sieben Freuden Mariens bilden das Gegenstück zu den Sieben Schmerzen Mariä. Welche es genau sind, ist nicht verbindlich festgelegt, weswegen sich die verschiedenen Andachten und Lieder wie auch die bildlichen Darstellungen unterscheiden. Alle weisen eine Überschneidung teils mehr mit den Geheimnissen des freudreichen Rosenkranzes, teils mehr mit denen des glorreichen Rosenkranzes auf. So wird stets die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel genannt, manchmal auch die Heimsuchung, immer die Geburt Jesu, fast immer die Anbetung durch die Könige, nur ausnahmsweise die Darstellung des Herrn im Tempel, die ja zugleich mit dem ersten der Sieben Schmerzen verbunden ist, oft die Wiederfindung Jesu im Tempel, immer seine Auferstehung, meistens seine Himmelfahrt, häufig die Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten und oft auch die Aufnahme Marias in dem Himmel bzw. ihre Krönung, was manchmal mit der Himmelfahrt ihres Sohnes zusammengefaßt wird. Nur ganz selten wird daneben die ewige Seligkeit im Himmel als gesonderte Freude genannt und in einem Sonderfall als erste Freude bereits Marias eigene Unbefleckte Empfängnis. Wir geben darum zu jedem Lied an, welche Freuden darin besungen werden.

Verkündigung, Geburt, Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Himmelfahrt, Pfingsten: Sieben Freuden Mariens – Dich, süße, liebe Himmelsfrau

Verkündigung, Geburt, Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Himmelfahrt, Aufnahme: Sieben Freuden Mariens – Die sieben Freuden, Jungfrau rein

Verkündigung, Heimsuchung, Geburt, Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Aufnahme: Sieben Freuden Mariens – Erfreue dich, du klarer Morgenstern

Unbefleckte Empfängnis, Verkündigung, Geburt, Auffindung, Auferstehung/Himmelfahrt, Aufnahme/Krönung, Seligkeit: Sieben Freuden Mariens – Freu dich, Maria, freu dich sehr

Verkündigung, Heimsuchung, Geburt, Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Himmelfahrt/Aufnahme: Sieben Freuden Mariens – Freu dich, o Himmelskönigin

Verkündigung, Heimsuchung, Geburt, Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Aufnahme: Sieben Freuden Mariens – Freuet euch, ihr Adamskinder

Verkündigung, Heimsuchung, Geburt, Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Aufnahme: Sieben Freuden Mariens – In Gottes Namen heben wir an

Verkündigung/Heimsuchung, Geburt/Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Himmelfahrt, Pfingsten, Aufnahme/Krönung: Sieben Freuden Mariens – Sieh herab vom Himmelsthrone

Verkündigung, Heimsuchung, Geburt, Anbetung, Auffindung, Auferstehung, Himmelfahrt: Sieben Freuden Mariens – Süßer Trost in allen Leiden

Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel (16. Juli)

Prozessionsfigur Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. ursprüngliche Quelle des hier bearbeiteten Bildes

Die Einsiedler, die sich nach dem Vorbild des Propheten Elija auf dem Berg Karmel im Heiligen Land niedergelassen hatten und aus welchen schließlich der Karmeliterorden entstand, verehren Maria unter dem Titel Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, nachdem sie dem seligen Simon Stock, dem Ordensgeneral der Karmeliten erschienen war und ihm das Skapulier überreicht hatte mit dem Versprechen, daß jeder, der dieses ihr Kleid trage, unter ihrem besonderen Schutz stehe. Das Karmelfest wird daher auch als Skapulierfest bezeichnet. Typologisch wird die kleine Wolke, die der Diener des Propheten Elija nach 1 Könige 18,44 vom Berge Karmel aus aus dem Meer aufsteigen sah und die endlich den langersehnten Regen brachte, als Vorausbild der Muttergottes betrachtet, weil sie der Welt den Heiland brachte, der nach den Worten von Psalm 72,6 wie Regen auf die Felder herabströmen soll und dessen Kommen in Adventsliedern wie „Rorate, caeli, desuper“ mit Worten wie „Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab“, erfleht wird. In der Ikonographie wird Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel daher gern auf einer Wolke stehend oder thronend gezeigt, oft mit einem brauen Karmelitenhabit und wollweißem Umhang bekleidet (in Spanien allerdings auch manchmal mit einem andersfarbigen Gewand und blauem, sternenverziertem Mantel oder Schleier), meist mit weißem Schleier und Krone und in der Regel mit dem Kind auf dem Arm oder dem Schoß, das üblicherweise wie sie selbst ein kleines braunes Skapulier in der Hand hält.

Karmelfest – Blume Karmels, schöner Weinberg

Karmelfest – Küßt, umfasset mit Begierde

Karmelfest – O Königin des Skapulier

Karmelfest – O Maria, Trost der Erde

Karmelfest – Sei gegrüßt zu tausend Malen

Karmelfest – Wenn der böse Feind sich reget

Portiuncula (2. August)

Fassade der Portiunculakapelle in Assisi. Bildquelle

Portiuncula – Dein‘ Kirch‘ von Portiuncula

Portiuncula – Maria, uns’re Mittlerin und Mutter der Genaden

Maria Schnee (5. August)

Statue von Maria Schnee. Bildquelle

Maria Schnee – Dir Jungfrau, rein, sei Lob und Preis

Maria Schnee – Gedeon, was du begehret

Maria Schnee – Heil’ge Mutter, deinen Kindern

Maria Schnee – Mutter Gottes, dich zu loben

Mariä Reinheit

Madonna mit der Lilie als Zeichen der Reinheit. Bildquelle

Mariä Reinheit – Der Jungfrau’n Hüterin

Mariä Reinheit – O glänzender Stern

Mariä Schutz

Schutzmatelmadonna in der Wallfahrtskirche Weihenlinden

Mariä Schutz – Beschütz uns, Jungfrau, du hohe

Mariä Schutz – Festlich preisen alle Zungen

Lieder zur Lauretanischen Litanei und den marianischen Ehrentiteln

Der Gedenktag Unserer Lieben Frau von Loreto, der von Papst Franziskus im Jahre 2019 auf die gesamte lateinische Kirche ausgedehnt wurde, erinnert an die Übertragung des Hauses Marias beziehungsweise der Heiligen Familie, welches sie in Nazareth bewohnte, in die Stadt Loreto in Italien, wohin es der Überlieferung nach in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember 1294 von Engeln gebracht wurde, auch wenn prosaischere Zeitgenossen annehmen, es sei die byzantinische Familie der Angeloi (angelos/ἄγγελος, Plural angeloi/ἄγγελοι, ist das griechische Wort für „Engel“) gewesen, die das heilige Haus vor den islamischen Invasoren im Heiligen Land in Sicherheit brachte und es Stein für Stein auf ein Schiff verladen und in Loreto wieder aufbauen ließ. Dabei wäre allerdings erstaunlich, daß dieser Aufbau buchstäblich über Nacht geschehen sein sollte und in Loreto, wie archäologische Untersuchungen gezeigt haben, auch keinerlei Fundament für das Haus gelegt wurde, sondern dieses mitten auf einer Straße, von der zuvor noch nicht einmal das Unkraut entfernt, sondern einfach mit überbaut wurde, wiedererrichtet wurde.

Jedenfalls wurde aus dem Tagesgebet, welches im Birgittinischen Brevier noch in der Auflage von 1908 mit den Worten

„Deus, qui Beatae Mariae Virginis Domum per Incarnati Verbi mysterium misericorditer consecrasti, eamque in sinu Ecclesiae tuae mirabiliter collocasti: concede; ut, segregati a tabernaculis peccatorum, digni efficiamur habitatores Domus sanctae tuae.“ 

also

„Gott, der du das Haus der Seligen Jungfrau Maria durch das Geheimnis des inkarnierten Wortes barmherzig geheiligt und es wunderbar im Schoß deiner Kirche plaziert hast: gewähre, daß wir, abgesondert von den Zelten der Sünder, zu würdigen Bewohner deines heiligen Hauses gemacht werden.“

auf die wunderbaren Umstände, unter denen das Heilige Haus nach dem Verlust des Heiligen Landes wieder in den Besitz der Kirche kam, verwies, jeder Hinweis auf diese Umstände getilgt, so daß es jetzt nur noch lautet:

„Deus, qui promissa Patribus adimplens beatam Virginem Mariam elegisti, ut Mater fieret Salvatoris, concede nobis illius exempla sectari, cuius humilitas tibi placuit, et obodientia nobis profuit.“

also

„Gott, der du, die Verheißungen an die Väter erfüllend, die selige Jungfrau Maria erwählt hast, daß sie die Mutter des Erlösers werde, gewähre uns, den Beispielen jener [Jungfrau] zu folgen, deren Demut dir gefallen und deren Gehorsam uns genutzt hat.“

Beide Fassungen weisen jedoch darauf hin, was dieses Haus so besonders macht: Es war der Ort, an dem das Wort Gottes Fleisch wurde, der Ort, an dem Gott erstmals leibhaftig auf diese Erde kam, und wenn schon der Ort, an dem er sich dem Mose nur geistig in einem brennenden Dornbusch zeigte, so heilig war, daß Mose dort die Schuhe ausziehen sollte (Exodus 3,5), dann ist dieses Haus, in dem er auch nach seiner Geburt in Bethlehem und der anschließenden Flucht nach Ägypten für fast drei Jahrzehnte lebte, natürlich erst recht heilig.

Marienbildnis im Stile Unserer Lieben Frau von Loreto im Kloster Altomünster

Man könnte hier noch viele schöne Überlegungen zum fleischgewordenen Wort Gottes, das unter uns gewohnt hat (Johannes 1,14) zur Wohnung Gottes unter den Menschen (Offenbarung 21,3), zur Weisheit, die sich ihr Haus gebaut hat (Sprichwörter 9,1), oder dazu, daß es besser ist, im Haus Gottes an der Schwelle zu stehen, als in den Zelten der Frevler wohnen (Psalm 84,11), anstellen, aber da es kaum Lieder speziell zu diesem Gedenktag gibt und sich aufgrund seiner Verbindung zum Geheimnis der Menschwerdung und seiner Lage in der Adventszeit die Lieder zum Fest Mariä Verkündigung für die Feier dieses Tages anbieten, wollen wir diesen Tag, an dem sich genau heuer, im Jahre 2025, die Erscheinung Unserer Lieben Frau von Fatima  vor Lucia dos Santos in Pontevedra, in der sie um die Verbreitung der Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen bat, zum hundertsten Male jährt, nutzen, um Maria, zu deren Lob man nach dem geflügelten Wort „De Maria numquam satis“ ohnehin nie genug sagen kann, mit einigen Liedern zur Lauretanischen Litanei, die nach dem Wallfahrtsort Loreto benannt ist und einige ihrer schönsten Ehrentitel entfällt, zu preisen.

Lauretanische Litanei I

Lauretanische Litanei II

Lauretanische Litanei III

Lauretanische Litanei IV

Lauretanische Litanei – Den ew’gen Vater preiset

Lauretanische Litanei – Gott Vater, wie auch Gott der Sohn

Lauretanische Litanei – O Gott Vater, dich erbarme

Lauretanische Litanei – O Herr, erbarm‘ dich unser

Lauretanische Litanei – O Vater, hoch im Himmelsthron

Lauretanische Litanei – Vater auf des Himmels Thron

Lauretanische Litanei – Vater ewig ungeboren

Lauretanische Litanei – Vater hoch im Himmelsthron

Auch einige andere Lieder rufen Maria mit einer ganzen Reihe ihrer Ehrentitel an:

marianische Ehrentitel – Du hehre Frau, der keine gleich

marianische Ehrentitel – O du Eine, o du Reine

marianische Ehrentitel – Weltwonne, Jesus und Maria

Wieder andere betrachten vor allem einen der aus der Lauretanischen Litanei bekannten Ehrentitel

Rosa Mystica – Du geheimnisvolle Rose, deren Duft die Welt erfüllt

Rosa Mystica – Du geheimnisvolle Rose, mit der Ehrfurcht heil’gem Beben

Rosa Mystica – Es blüht, den Engeln wohlbekannt

Rosa Mystica – Rose du, geheimnisvolle

Rosa Mystica – Uns geschenket, uns erblühet

Arche des Neuen Bundes – Liebe Christen, euch erfreuet

Heil der Kranken – Mit Sehnsucht will ich rufen

Heil der Kranken – O Maria, Heil der Kranken

Zuflucht der Sünder – Gott, der hieß die Wasserhaufen

Zuflucht der Sünder – Maria, o du Reine

Zuflucht der Sünder – O Maria, Mutter Gottes

Zuflucht der Sünder – O Zuflucht aller Sünder

Zuflucht der Sünder – Sieh uns, die wir freudenreich

Zuflucht der Sünder – Wehmut drücket uns darnieder

Trösterin der Betrübten – Maria, allzeit mein Trost

Trösterin der Betrübten – Maria, Jungfrau rein, mein Trösterin

Lieder zum Fest Mariä unbefleckte Empfängnis

Über das wunderschöne heutige Hochfest der unbefleckten Empfängnis Mariens läßt sich so viel sagen, daß man kaum weiß, wo man beginnen soll. Allein schon das als Titelbild dienende anspielungsreiche Deckenfresko aus der Wallfahrtskirche Weihenlinden ist bereits eine ganze Katechese für sich, in der wir erfreulich viele Elemente entdecken, die sich bereits in den Offenbarungen der heiligen Birgitta, insbesondere im Sermo angelicus, der die Grundlage der birgittinischen Eigenliturgie bildet, finden.

Im Zentrum von allem sehen wir Maria, klein und zart, fast ätherisch, in einem achtzackigen Stern. Das Bild soll wohl mehr ihre von Gott geschaffene Seele als ihren aus dem Fleisch ihrer Eltern gebildeten Leib darstellen, denn zu dem Stern, der Maria umgibt, gehen drei Strahlen vom Mund bzw. bei dem in Gestalt einer Taube dargestellten Heiligen Geist vom Schnabel der drei göttlichen Personen aus, die dadurch wie bei der Schöpfung, als die den Menschen erschufen und sprachen „Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.“ (Genesis 1,26) Marias Seele durch ihr schöpfungsmächtiges „Es werde“ (lateinisch „fiat“ und somit das selbe Wort, das Maria bei der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel sprach „fiat mihi secundum verbum tuum“ = „mir geschehe nach deinem Wort“) ins Dasein rufen. Der Umstand, daß die Strahlen von jeder der drei göttlichen Hypostasen einzeln ausgehen, veranschaulicht dabei, daß jede von ihnen in einer besonderen Beziehung zu Maria steht. Sie ist als Gottesmutter die Mutter des Sohnes, sie ist aber auch, gewissermaßen durch ihren Sohn, die Tochter des Vaters, denn wie der Evangelist Johannes über den Sohn schreibt: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ (Johannes 1,12f) und Maria hat Jesus Christus, den göttlichen Logos, in ganz besonderer Weise aufgenommen. Und sie ist die Braut des Heiligen Geistes, der sie überschattete und dadurch ihre wunderbare Gottesmutterschaft bewirkte. Ein weiteres Fresko in unmittelbarer Nähe zu dem obigen veranschaulicht dieses Beziehungsgefüge mit den Worten „FILIA“ „SPONSA“ „PARENS“, also „Tochter“, „Braut“ und „Gebärerin“.

Auch der Sermo angelicus, also die der heiligen Birgitta zuteil gewordene Rede des Engels, geht auf das Thema der jeweils besonderen Beziehung zu Vater, Sohn und Heiligem Geist ein, indem er in der Lesung für den Sonntag, welcher als erster Tag der Woche der allerheiligsten Dreifaltigkeit und ihrem Schöpfungswirken, besonders im Hinblick auf ihre Absicht zur Erschaffung Marias, gewidmet ist, davon erzählt, daß Gott der Vater sich bei Maria besonders über ihre fruchtbaren Werke freute, der Sohn über ihre tugendhafte Standhaftigkeit und der Heilige Geist über ihren demütigen Gehorsam.

Doch kehren wir zurück zur Gestalt Marias auf dem Fresko. Daß diese dort in einem achtzackigen Stern zu sehen ist, hat ebenfalls symbolische Bedeutung. Wie wir bereits bei den Liedern zu Mariä Namen ausgeführt haben, wird nicht nur der Name Marias als „Stern des Meeres“ übersetzt, sondern Maria wird auch als der Stern gesehen, der laut dem alttestamentlichen Seher Bileam einst in Jakob aufgehen sollte. Dabei hat das lateinische Wort für „aufgehen“ „oriri“ auch die Bedeutungen „entstehen“, „entspringen“ und „geboren werden“. Es ist also das selbe Wort oder kann zumindest das selbe Wort verwendet werden, wenn Maria dem Schöpferwillen Gottes entspringt, als Stern aus Jakob aufgeht oder aus dem Leib ihrer den Nachkommen Jakobs entstammenden Mutter Anna, in deren Richtung einer der acht Strahlen des Sternes weist, geboren wird.

Die Achtzahl der Strahlen ist dabei keineswegs zufällig gewählt. Maria ist typischerweise mit einem achtstrahligen Stern zu sehen oder auf vielen Ikonen auch mit drei achtstrahligen Sternen, die in diesem Fall ihre unversehrte Jungfräulichkeit vor, in und nach der Geburt ihres Sohnes symbolisieren. Die Zahl acht gilt als Zahl der Vollkommenheit und der Erneuerung und Wiederherstellung, was besonders gut auf Maria, die neue Eva (bezeichnender Weise führt ein weiterer Stahl des Sterns zur ersten Eva), paßt. Seinen Grund hat dies darin, daß nach sieben Tagen mit dem achten Tag eine neue Woche beginnt, ebenso wie bei einer Tonleiter nach dem siebten Ton der Oktavton in seiner Bezeichnung wieder dem ersten Ton entspricht, die Tonleiter also von neuem beginnt.  Gott vollendete sein Schöpfungswerk am siebten Tag, dem Sabbat, und ruhte an diesem siebten Tag (Genesis 2,2). Diese Schöpfung war „sehr gut“ (Genesis 1,31), erlitt aber durch den Sündenfall von Adam und Eva durch das Essen der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis, den wir auf dem Fresko hinter Adam sehen, eine schwere Störung, die den Menschen den Tod brachte. Um diese zu heilen und den Menschen wiederherzustellen, wurde Gott im Schoße Marias Mensch und besiegte den Tod, indem er am Karfreitag am Holze des Kreuzes, welches so von einem Werkzeug der Marter zum Lebensbaum wurde, starb und, nachdem er am Sabbat im Grabe geruht hatte, am Sonntag, der somit als Tag nach dem Sabbat als achter Tag gesehen wird, auferstand. Da die Taufe, durch die die Menschen von der Erbsünde befreit werden, auf’s Tiefste mit der Auferstehung Christi verbunden ist und deshalb vor allem in der frühen Kirche, aber auch heute noch bei Erwachsenentaufen bevorzugt an Ostern gespendet wurde  und wird, haben alte Taufkirchen (Baptisterien) oft eine achteckige Form, mit welcher einerseits auf den achten Tag als Tag der Auferstehung und Neuschöpfung zu verweisen, andererseits aber auch daran zu erinnern, daß bei der Sintflut, die ebenfalls mit der Taufe in Beziehung gebracht wird, weil sie wie diese dazu diente, die Schuld abzuwaschen, die die sündhaften Menschen über die ganze Erde gebracht hatten, genau acht Menschen auf Noahs Arche überlebten, nämlich Noah selbst, seine drei Söhne und seine drei Schwiegertöchter.

Ein Bild der Arche Noah sehen wir denn auch sehr klein am unteren Ende des Bildes zwischen der Schulter der heiligen Anna und der in der Mitte befindlichen Erdkugel. Die Arche Noah ist ein weiteres Symbol für Maria, denn wie diese die auf ihr befindlichen Menschen und Tiere vor dem Tod in den Wassern der Sintflut rettete, so rettet Maria diejenigen, die sich bei ihr bergen, vor dem Untergang und der Verdammnis. Auch der Sermo angelicus handelt in der gesamten zweiten Lesung des Sonntags sehr ausführlich von dem Vergleich zwischen Maria und der Arche Noahs.

Weiters ist auf dem Fresko der Erdball zu sehen, auf den nicht nur ein Zacken von Marias Stern weist, sondern zu dem ein ganzes Lichtbündel von diesem Stern ausgeht. Maria sendet so als „Stern der Erde“, wie wir sie bereits bei den Liedern zum Fest Mariä Namen bezeichnet sahen, einen ersten Hoffnungsstrahl in die Finsternis von Tod und Sünde, die ihr göttlicher Sohn dann als Sonne der Gerechtigkeit endgültig zerreißen wird. Noch umwindet die Schlange, die sogar noch die Frucht im Maul trägt, mit der sie Adam und Eva zum Sündenfall verführt hat, die Erde, wie es auch auf vielen anderen Darstellungen von Marias unbefleckter Empfängnis bzw. von Maria als der Unbefleckten Empfängnis, wie sie sich der heiligen Bernadette Soubirous bei ihrer Erscheinung in Lourdes vorstellte, zu sehen ist, nicht zuletzt auf der Wundertätigen Medaille mit der Aufschrift „O Maria, ohne Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.“, deren Bild sie der heiligen Katharina Labouré bei ihrer Erscheinung in der Rue de Bac in Paris zeigte.

Die Immaculata auf der wundertätigen Medaille

Doch bald schon wird Marias Fuß der Schlange den Kopf zertreten, wie es den Stammeltern nach dem Sündenfall im sogenannten Protoevangelium (nicht zu verwechseln mit dem Protevangelium des Jakobus, von dem bei den Liedern zum Fest Mariä Verlobung, bei den Liedern zum Fest Mariä Opferung und bei den Liedern zum Fest Mariä Geburt bereits die Rede war) in Genesis 3,15 verheißen wurde. Adam und Eva blicken daher hoffnungsvoll zu Maria auf, wie es in der birgittinischen Liturgie am Dienstag geschildert wird, wo die erste Lesung im Sermo angelicus und der Hymnus zu den Laudes davon handeln, daß Adam über die Sünde Evas trauerte, aber sich an der Verheißung erfreute, daß unter seinen Nachkommen einst Maria geboren werden würde, die der List der Schlange niemals verfallen würde.

Wie bereits erwähnt, ragt auf dem Deckengemälde hinter Adam der Baum der Erkenntnis als Verbildlichung der Sünde des Stammelternpaares auf. Ihm gegenüber steht hinter Marias Eltern eine Palme. Diese ist in der Bildsprache der Heiligen Schrift ein Sinnbild für den Gerechten, also das Gegenteil des Sünders, wenn es in Psalm 92,13 heißt: „Der Gerechte gedeiht wie die Palme, er wächst wie die Zedern des Libanon.“ Anna und Joachim werden so durch die Palme als Gerechte gekennzeichnet, aber natürlich und erst recht ist auch Maria eine Gerechte und wird daher in etlichen Liedern auch als Palme besungen, wobei bei ihr noch weiteres hinzukommt, nämlich der Vers 14 aus dem 24. Kapitel des Buches Sirach, dem vor allem in der traditionellen Liturgie viele Texte (also etwa Antiphonen und Kapitel im Stundengebet sowie Lesungen in der Heiligen Messe) zu Marienfesten entnommen sind und das somit als eine prophetische Ankündigung Marias gelesen wird. Dieser Vers lautet in der Einheitsübersetzung: „Wie eine Palme in En-Gedi wuchs ich empor, wie Oleandersträucher in Jericho“, aber wie wir bei den Liedern zur Maiandacht schon erwähnt haben, wird in der Vulgata an dieser Stelle von der Rose in Jericho gesprochen. Als Kurzlesung kommt er in unserem birgittinischen Brevier zur Non am Rosenkranzfest und zu Laudes, Terz und beiden Vespern am Fest Mariä Himmelfahrt vor.

Eine weitere symbolische Bedeutung der Palme ist, daß ihre Palmwedel als sogenannte Siegespalme ein Zeichen des Sieges sind, wie man es als häufiges, ja standardmäßiges Attribut von Märtyrern kennt, so daß es Maria allein schon deswegen angemessen wäre, weil sie als Schmerzensmutter unter dem Kreuz auch die Palme des Martyriums verdient hat, wie bereits bei den Liedern zum Fest Mariä Schmerzen zitiert. Daneben aber hat sie den Sieg über die Sünde errungen und deren Personifikation in der Schlange, deren Kopf sie, wie soeben erwähnt, zertritt, und sie hat auch Teil am Sieg über den Drachen in Kapitel 12 der Offenbarung, der dort mit ebendieser „alten Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt“ (Offenbarung 12,9) identifiziert wird. Ebendort wird sie als die „Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt“ (Offenbarung 12,1) beschrieben, was weitere typische Attribute in der Ikonographie der Immaculata sind.

Da der Sieg am Ende von Kampf und Krieg steht und danach somit Frieden eintreten kann, ist die Palme zugleich ein Zeichen des Friedens, ebenso wie er Ölzweig im Schnabel der Taube, was sein Vorbild in der Taube hat, die Noah am Ende der Sintflut aussandte und die mit einem frischen Olivenzweig zu ihm zurückkam und die ebenfalls ein Symbol für Maria ist, weswegen Maria in einigen Liedern auch als Taube bezeichnet oder mit einer Taube verglichen wird. Tatsächlich hat Maria bei ihrer Erscheinung in Fatima auch verheißen, daß am Ende ihr unbeflecktes Herz triumphieren wird und daß der Welt eine Zeit des Friedens geschenkt wird, wenn Rußland ihrem unbefleckten Herzen geweiht wird. Krieg, Mord und Totschlag sind Sünde, darum kann es auch gar nicht anders sein, als daß es mit der sündlosen Jungfrau Maria nur Frieden gibt.

Die letzten beiden Strahlen des achtzackigen Sterns weisen waagerecht nach links und rechts in Richtung zweier Engel, die Monogramme der Namen Jesu und Mariä emporheben. Geradezu kühn werden diese beiden Namen, von gleichem Glanz umstrahlt, auf gleiche Höhe gehoben. Man könnte zunächst erschrecken: Steht Jesus Christus, der Gottmensch, nicht weit über jedem Geschöpf und also auch seiner Mutter? Ja, der Gottheit nach schon, aber der Name gehört dem Menschen, denn nur unter den Menschen gibt es mehrere, so daß sie der Namen bedürfen, um sie voneinander zu unterscheiden. Gott ist nur ein einziger, er braucht daher keinen Namen und wir gebrauchen lediglich die Bezeichnungen „Vater“, „Sohn“ und „Heiliger Geist“ um die drei Hypostasen der allerheiligsten Dreifaltigkeit voneinander zu unterscheiden. Der Menschheit nach aber ist Jesus seiner Mutter völlig gleich, er, der neue Adam, ist Bein von Bein und Fleisch von Fleisch von ihr, der neuen Eva, wie es die alte Eva vom alten Adam war. Von ihr hat er seine menschliche Natur angenommen und empfangen und zugleich ist sie die einzige, mit der er die reine, unverfälschte und nicht durch die Erbsünde entstellte menschliche Natur teilt, da ja alle anderen Menschen mit der Erbsünde befleckt sind und ihre Menschennatur dadurch entstellt und geschwächt wurde. Insofern ist Maria auch in diesem Sinne Mittlerin zwischen uns und Christus, weil sie eine Mittelstellung einnimmt zwischen dem Gottmenschen Jesus Christus, der die göttliche und die menschliche Natur in sich vereint, weil sie mit ihm gemeinsam hat, daß sie die menschliche Natur in ihrer Vollkommenheit hat, und mit uns gemeinsam hat, daß sie nur eine menschliche, aber keine göttliche Natur hat. Zugleich widerlegt sie, die auch die Siegerin über alle Häresien genannt wird, damit jede Irrlehre, die die Sündhaftigkeit als inhärenten, wesensmäßigen Teil der Menschennatur ansieht, wonach Menschsein zwangsläufig immer gleichbedeutend mit Sündersein ist und ein Mensch auch nicht einmal von der Sünde befreit werden, sondern diese nur wie durch frisch gefallenen Schnee, der einen Misthaufen bedeckt, versteckt, aber nicht entfernt werden kann. Vielmehr zeigt sich in ihr ganz im Gegenteil, daß es die eigentliche Natur des Menschen ist, Gottes Ebenbild zu sein, „sehr gut“ (Genesis 1,31) und „nur wenig geringer als Gott“ (Psalm 8,6), auch wenn wir im Unterschied zu ihr auch dann, wenn wir in der heiligen Taufe von der Erbsünde befreit wurden, deren Spuren noch lebenslang an uns tragen und erst nach dem Tod und dem gegebenenfalls zu erleidenden Fegefeuer die vollkommene Reinheit zurückerlangen und von jeder Anfälligkeit für die Sünde befreit sein werden.

Damit wollen wir nun aber endlich zu den Liedern kommen:

Unbefleckte Empfängnis – Auf, es muß gelobet sein

Unbefleckte Empfängnis – Aus Evas Leibe ward ein Kind geboren

Unbefleckte Empfängnis – Ave, o Jungfrau rein

Unbefleckte Empfängnis – Deiner uns rühmen wir

Unbefleckte Empfängnis – Dem Herren, der die Welt regiert

Unbefleckte Empfängnis – Der Sonnenriese war im Osten nie so klar

Unbefleckte Empfängnis – Du, Maria, fandst vor allen

Unbefleckte Empfängnis – Dunkle Trauer lag auf Erden

Unbefleckte Empfängnis – Ein Rosen entsprossen

Unbefleckte Empfängnis – Ein Segen hat ergossen (Basel)

Unbefleckte Empfängnis – Ein Segen hat ergossen (Köln)

Unbefleckte Empfängnis – Empfange hier der Kinder Grüße

Unbefleckte Empfängnis – Erstes Werk aus Gottes Händen

Unbefleckte Empfängnis – Ganz schön bist du, Maria

Unbefleckte Empfängnis – Ganz schön bist du

Unbefleckte Empfängnis – Gegrüßt seist du, o Unbefleckte

Unbefleckte Empfängnis – Gekrönte Himmelskönigin

Unbefleckte Empfängnis – Glänzender Stern, Kleinod des Herrn

Unbefleckte Empfängnis – Hebt, Brüder, froh die Häupter zum Himmel auf (Konstanz)

Unbefleckte Empfängnis – Hebt, Brüder, froh die Häupter zum Himmel auf (München)

Unbefleckte Empfängnis – Ich glaub‘ es fest

Unbefleckte Empfängnis – Ihr, meine Lippen, öffnet euch

Unbefleckte Empfängnis – Immaculata, du Lilienblüte

Unbefleckte Empfängnis – Jungfrau, der Jungfrauen Krone (Einsiedeln)

Unbefleckte Empfängnis – Jungfrau, der Jungfrauen Krone (Engelsharfe)

Unbefleckte Empfängnis – Jungfrau, hehre, die vor allen (Ober-Hollabrunn)

Unbefleckte Empfängnis – Jungfrau, hehre, die vor allen (Wien)

Unbefleckte Empfängnis – Jungfrau, unbefleckt empfangen

Unbefleckte Empfängnis – Kommt, ihr Engel, jubilieret

Unbefleckte Empfängnis – Laß mich würdig dich besingen

Unbefleckte Empfängnis – Maria, hohe Himmelsfrau

Unbefleckte Empfängnis – Maria, o Maria schön (Dreves)

Unbefleckte Empfängnis – Maria, o Maria schön (Köln)

Unbefleckte Empfängnis – Mutter Gottes, mir erlaube (Bone)

Unbefleckte Empfängnis – Mutter Gottes, mir erlaube (Volkslied)

Unbefleckte Empfängnis – Mutter Gottes, o erlaube

Unbefleckte Empfängnis – Niemals so schön und klar (Duderstadt)

Unbefleckte Empfängnis – Niemals so schön und klar (Straßburg)

Unbefleckte Empfängnis – Nur eine aus Tausend

Unbefleckte Empfängnis – Nur in unbefleckten Herzen

Unbefleckte Empfängnis – O Gott, du Brunnquell aller Güter

Unbefleckte Empfängnis – O Gott, du einz’ger Quell der Güter (Fulda)

Unbefleckte Empfängnis – O Gott, du einz’ger Quell der Güter (Speyer)

Unbefleckte Empfängnis – O Jungfrau in der Unschuld Kranz

Unbefleckte Empfängnis – O Jungfrau ohne Makel (Bone)

Unbefleckte Empfängnis – O Jungfrau ohne Makel (Elsaß)

Unbefleckte Empfängnis – O Jungfrau ohne Makel (Maien-Blüthen)

Unbefleckte Empfängnis – O Jungfrau, groß an Taten

Unbefleckte Empfängnis – O Königin der ganzen Welt

Unbefleckte Empfängnis – O Maria, du vor allen (Aschau)

Unbefleckte Empfängnis – O Maria, du vor allen (Eichstätt)

Unbefleckte Empfängnis – O Maria, du vor allen (Volkslied)

Unbefleckte Empfängnis – O Perle der Jungfrauen

Unbefleckte Empfängnis – Reinste Jungfrau, nimm von Sündern

Unbefleckte Empfängnis – Reinste Jungfrau, von uns Sündern

Unbefleckte Empfängnis – Salve Regina, Reinste aus allen

Unbefleckte Empfängnis – Schauet, wie die Rose blühet

Unbefleckte Empfängnis – Sei gegrüßt, o Königin

Unbefleckte Empfängnis – Sei gegrüßt, Weltherrscherin

Unbefleckte Empfängnis – Sei gepriesen, auserkiesen

Unbefleckte Empfängnis – Sei gepriesen, hoch erkiesen

Unbefleckte Empfängnis – Sieh die neue Morgenröte

Unbefleckte Empfängnis – Stern, der lieblich aufgegangen

Unbefleckte Empfängnis – Unbefleckte, ewig Reine

Unbefleckte Empfängnis – Was Eva, jene Sünderin

Unbefleckte Empfängnis – Wie schön bist du, o Himmelsmaid (Allgayer)

Unbefleckte Empfängnis – Wie schön bist du, o Himmelsmaid (Edenhofer)

Unbefleckte Empfängnis – Wie schön bist du, o Himmelsmaid (Haller)

Unbefleckte Empfängnis – Wie schön bist du, o Himmelsmaid (Hengesbach)

Unbefleckte Empfängnis – Zur Hoffnung bess’rer Zeit erwach‘ dein Glaube

Herr, weise mir den Weg

Gebetszettel aus dem Pilgerzentrum Vadstena

Wir wurden darauf hingewiesen, daß ein Ausschnitt aus einem bekannten Gebet der heiligen Birgitta, der auch auf einem Gebetszettel aus dem Pilgerzentrum unseres Urklosters in Vadstena abgedruckt ist, die Brüder der Gemeinschaft von Taizé, deren meditative und eingängige Gesänge vor allem bei Jugendandachten sehr beliebt sind, zu einem weiteren ihrer musikalischen Kunstwerke inspiriert hat. Auf den Internetseiten der Gemeinschaft sind Text und Noten von „Herre, visa mig vägen“ nebst einem kurzen Video, in welchem alle Stimmen der vierstimmigen Komposition vorgesungen werden, zu finden. Wir freuen uns über diese Würdigung unserer heiligen Ordensgründerin und senden den Brüdern von Taizé herzliche Segenswünsche und Grüße in unserem Herrn Jesus Christus.